Wie oft kontrolliere ich den Druckanzeiger?

Du bist Gebäudeverwalter, Hausbesitzer oder Sicherheitsbeauftragter. Du siehst einen Feuerlöscher mit einem Druckanzeiger und fragst dich, wie oft du darauf schauen musst. Solche Situationen sind häufig. Nach Umzügen, Lieferungen oder nach kleineren Einsätzen ist Unsicherheit normal. Manchmal steht die Nadel nicht exakt in der Mitte. Manchmal ist das Sichtfenster beschlagen. Oder es fehlt die Bedienungsanleitung. Viele wissen nicht, ob das schon ein Fall für den Fachbetrieb ist.

Dieser Artikel hilft dir, klare Regeln zu bekommen. Du erfährst, welche Intervalle sich bewährt haben. Du lernst einfache Sichtkontrollen und was eine Fachprüfung ist. Du siehst, wann ein Druckverlust gefährlich wird. Und du bekommst Hinweise zur Dokumentation.

Das Ziel ist konkret. Du erhöhst die Sicherheit für Bewohner und Mitarbeitende. Du erfüllst betriebliche Pflichten besser. Du minimierst Haftungsrisiken, wenn es brenzlig wird. Kurz gesagt. Nach dem Lesen weißt du, wie oft du den Druckanzeiger kontrollieren solltest. Du kennst die einfachen Schritte für die Kontrolle. Und du weißt, wann du einen Profi rufen musst.

Funktion und Typen des Druckanzeigers

Wie der Druckanzeiger funktioniert

Der Druckanzeiger zeigt an, ob im Inneren des Feuerlöschers ausreichend Druck vorhanden ist. Bei den meisten Geräten sitzt ein Manometer an der Armatur. Dieses Manometer verbindet sich mit dem Innenraum des Behälters. Der darin befindliche Druck verformt eine Feder oder einen Rohrbogen. Das bewegt die Nadel auf der Skala. Liegt der Zeiger in der grünen Zone, ist der Fülldruck in Ordnung. Ist er außerhalb, besteht Handlungsbedarf.

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Arten von Anzeigen

Es gibt mehrere gängige Typen. Am häufigsten ist das analoge Manometer mit Nadel und farbiger Skala. Manche Geräte haben ein einfaches Sichtfenster. Dort erkennst du den Füllstand oder eine Anzeigeplatte. Bei bestimmten Systemen zeigt eine Druckkapsel oder ein mechanischer Indikator an, ob die Kartusche ausgelöst wurde. Elektronische Sensoren sind seltener. Manche Kleinlöscher haben gar keinen sichtbaren Druckanzeiger. In solchen Fällen ist das regelmäßige Wiegen oder die Fachprüfung wichtig.

Warum Druck so wichtig ist

Der Druck treibt das Löschmittel aus der Düse. Ohne ausreichenden Druck kommt kaum Löschwirkung zustande. Bei zu niedrigem Druck verteilt sich das Löschmittel schlechter. Das verkürzt die Wirkdauer und die Reichweite. Bei Überdruck können Dichtungen leiden oder es besteht ein Sicherheitsrisiko. Daher ist der richtige Druck entscheidend für Funktion und Sicherheit.

Wie sich Druckverluste äußern

Typische Anzeichen sind eine Nadel außerhalb der grünen Zone oder eine Anzeige, die komplett in Rot steht. Du kannst ein Zischen hören. Der Löscher kann leichter wirken als sonst. Bei Geräten ohne Skala fällt vor allem ein unerwartet geringeres Gewicht auf. Auch Korrosion an Ventil und Armatur oder feuchte Stellen am Gewinde sind Warnzeichen. In allen Fällen solltest du die betroffenen Geräte genauer prüfen oder einen Fachbetrieb informieren.

Gesetzliche Regelungen und Pflichten

Welche Vorschriften gelten

Für Feuerlöscher gibt es mehrere relevante Regelwerke. Die DIN EN 3 ist die europäische Norm für tragbare Feuerlöscher. Sie legt Bauart und Kennzeichnung fest. Die DIN 14406 regelt Prüfungen und Wartung. Die Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) verpflichtet Arbeitgeber, Arbeitsmittel sicher zu betreiben und regelmäßig prüfen zu lassen. Ergänzend gibt es Regeln der Unfallversicherungsträger. Früher waren das BGV oder GUV. Heute findest du Vorgaben bei den DGUV-Regeln. In Arbeitsstätten sind die ASR-Regeln relevant. Versicherer und Feuerwehren geben zusätzliche Empfehlungen.

Wer hat welche Pflicht

Arbeitgeber müssen Gefahren vermeiden. Sie haben die Verantwortung für Wartung und Prüfungen. Dazu gehört auch die Kontrolle der Druckanzeiger. Vermieter sind für die Verkehrssicherheit ihrer Gebäude verantwortlich. Betreiber von öffentlich zugänglichen Einrichtungen müssen zudem Brandschutzpläne einhalten. Die genaue Umsetzung hängt von Nutzung und Risiko ab. Im Zweifel trägt derjenige die Haftung, der die Pflicht verletzt.

Praktische Umsetzung im Alltag

Eine sinnvolle Praxis orientiert sich an den Normen und den Vorschriften der Berufsgenossenschaft. Üblich ist eine regelmäßige Sichtkontrolle. Viele Unternehmen führen diese monatlich durch. Fachfirmen übernehmen die wiederkehrenden Prüfungen. Diese erfolgen meist jährlich. Die DIN 14406 gibt Hinweise, welche Arbeiten der Fachbetrieb ausführt. Herstellerangaben sind zusätzlich verbindlich. Dokumentiere alle Kontrollen schriftlich. Ein Prüfbuch am Gerät oder eine digitale Liste ist empfehlenswert. So erfüllst du Nachweispflichten gegenüber Behörden und Versicherern.

Konsequenzen bei Nichtbeachtung

Wenn Prüfungen fehlen, drohen Konsequenzen. Im Schadensfall können Versicherungen Leistungen kürzen oder verweigern. Behörden können Anordnungen erlassen. Bei Personenschäden droht Haftung. Aus diesen Gründen ist es sinnvoll, klare Zuständigkeiten zu regeln. Lege fest, wer die monatlichen Kontrollen macht. Vereinbare Termine mit einem zertifizierten Wartungsdienst. Halte Prüfintervalle und Ergebnisse schriftlich fest.

Kurz zusammengefasst

Die Normen und Gesetze schreiben keine tägliche Kontrolle vor. Sie verlangen jedoch regelmäßige Prüfungen und dokumentierte Wartung. Für den Druckanzeiger bedeutet das: regelmäßige Sichtkontrollen durch dich oder Beauftragte und wiederkehrende Prüfungen durch einen Fachbetrieb. Orientiere dich an DIN 14406, an den Vorgaben der DGUV und an den Herstellerangaben. So erfüllst du die Pflichten und reduzierst Haftungsrisiken.

Praktische Pflege- und Wartungstipps

Sichtprüfung durchführen

Schau dir den Druckanzeiger bei jeder Routinerunde an. Achte auf die Lage der Nadel in der grünen Zone und auf Beschädigungen am Manometerglas oder am Sichtfenster.

Druckbereich-Check

Vergleiche die Anzeige mit der farbigen Skala und mit den Herstellerangaben. Ist die Nadel nicht in der grünen Zone, markiere das Gerät und prüfe es zeitnah oder lasse es vom Fachbetrieb überprüfen.

Monatliche Häufigkeit wie bei Reifen

Mach die Kontrolle etwa einmal im Monat, ähnlich wie du den Reifendruck prüfen würdest. Nach Umzügen, Transport oder nach einem Einsatz solltest du zusätzlich kontrollieren.

Auf deutliche Verluste achten

Achte auf Geräusche wie Zischen, auf feuchte Stellen am Ventil und auf ein unerwartet geringes Gewicht. Bei Geräten ohne Manometer wiege das Gerät oder vergleiche es mit einem baugleichen Exemplar.

Dokumentation einführen

Trage jede Sichtprüfung schriftlich oder digital in ein Prüfbuch ein. Notiere Datum, Ergebnis und wer geprüft hat, damit du Nachweise gegenüber Behörden oder Versicherern hast.

Fachprüfung regelmäßig beauftragen

Lass einmal jährlich oder nach Vorgabe der Normen eine wiederkehrende Prüfung durch eine zertifizierte Fachfirma durchführen. Bei Auffälligkeiten rufe sofort einen Fachbetrieb und setze das Gerät außer Betrieb, bis es geprüft ist.

Schritt-für-Schritt: Druckanzeiger prüfen

Vorbereitung

  1. Sicherheit schaffen. Stelle sicher, dass kein offenes Feuer oder Funkenquelle in der Nähe ist. Ziehe bei Bedarf Handschuhe und Schutzbrille an. Arbeite in gut beleuchteter Umgebung.
  2. Gerät sichern. Der Löscher sollte aufrecht stehen. Lege ihn auf eine stabile Unterlage, falls du ihn anhebst. Entferne keine Teile und betätige die Auslösemechanik nicht.

Sichtprüfung

  1. Äußeren Zustand prüfen. Kontrolliere Gehäuse, Halterung und Armatur auf sichtbare Schäden, Dellen oder Korrosion. Achte besonders auf das Manometerglas oder das Sichtfenster. Sind Risse, Feuchtigkeit oder lose Teile zu sehen, notiere das.
  2. Versiegelung und Sicherungsstift anschauen. Kontrolliere, ob Sicherungsstift und Plombe intakt sind. Fehlt die Plombe, kann das auf Manipulation oder Einsatz hinweisen.

Anzeige ablesen und interpretieren

  1. Position der Nadel prüfen. Lies die Nadel auf dem Manometer ab. Befindet sie sich in der grünen Zone, ist der Druck in Ordnung. Steht sie außerhalb der grünen Zone, handelt es sich um Unter- oder Überdruck.
  2. Keine Skala vorhanden? Manche Kleinlöscher haben kein Manometer. Dann wiege das Gerät, wenn du ein baugleiches Exemplar zum Vergleich hast. Herstellerangaben geben das Sollgewicht vor.

Maßnahmen bei auffälliger Anzeige

  1. Gerät markieren und außer Betrieb nehmen. Wenn der Druck nicht stimmt, bring eine sichtbare Kennzeichnung an und entferne den Löscher aus dem Einsatzbereich. Ein abgeklebtes Schild oder eine rote Banderole genügt.
  2. Fachbetrieb informieren. Melde das Gerät einem zertifizierten Wartungsdienst. Versuche nicht, den Druck selbst zu korrigieren oder das Ventil zu öffnen.

Dokumentation und Fachprüfung

  1. Kontrolle dokumentieren. Notiere Datum, Ort, Ergebnis der Sichtprüfung und deinen Namen. Nutze ein Prüfbuch am Gerät oder ein digitales System. So hast du Nachweise für Behörden und Versicherer.
  2. Regelmäßige Fachprüfungen. Lass die wiederkehrenden Prüfungen vom Fachbetrieb durchführen. Bei Auffälligkeiten, nach einem Einsatz oder nach Transporten solltest du zusätzlichen Service veranlassen.

Wichtige Hinweise

  • Versuche nicht, das Manometer zu reparieren oder aufzupumpen.
  • Bei hörbarem Zischen oder sichtbarer Undichtigkeit entferne das Gerät sofort aus dem Betrieb.
  • Bewahre die Bedienungsanleitung und Herstellervorgaben für das Gerät auf. Sie enthalten wichtige Hinweise zum Sollzustand.

Häufige Fragen zur Kontrolle des Druckanzeigers

Wie oft muss ich den Druckanzeiger kontrollieren?

Eine einfache Sichtprüfung etwa einmal im Monat ist praxisgerecht und reicht für viele Einsätze. Zusätzlich prüfst du nach Transport, nach einem Einsatz oder bei sichtbaren Beschädigungen. Herstellerangaben und die betriebliche Gefährdungsbeurteilung können abweichende Intervalle vorsehen.

Wer ist für die Kontrolle verantwortlich?

In Betrieben trägt der Arbeitgeber die Verantwortung für die regelmäßigen Kontrollen und die Dokumentation. Als Hausbesitzer oder Vermieter bist du für die Verkehrssicherheit der Geräte zuständig. Du kannst die Sichtkontrollen an Mitarbeitende delegieren, die fachlichen Prüfungen muss ein zertifizierter Dienstleister durchführen.

Was mache ich, wenn die Nadel nicht in der grünen Zone steht?

Markiere das Gerät sichtbar und nimm es vorübergehend außer Dienst. Versuche nicht, das Ventil zu öffnen oder das Manometer selbst zu reparieren. Kontaktiere eine zertifizierte Wartungsfirma zur weiteren Prüfung.

Gibt es Unterschiede bei verschiedenen Löschertypen?

Ja. Viele Traglöscher haben ein Manometer. Einige Kleinlöscher haben nur ein Sichtfenster oder gar keinen Druckanzeiger. Bei CO2-Löschern kontrollierst du oft das Gewicht statt eines Manometers, weil der Druck dort anders gehandhabt wird.

Reicht meine eigene Kontrolle oder brauche ich trotzdem einen Fachbetrieb?

Deine Sichtkontrolle ist notwendig, aber nicht ausreichend für alle Anforderungen. Normen und Unfallversicherungsträger verlangen wiederkehrende Fachprüfungen, meist jährlich. Nutze eigene Kontrollen zur Früherkennung und beauftrage regelmäßig den Fachbetrieb für die detaillierte Prüfung.

Warnhinweise und Sicherheitshinweise

Risiken bei unsachgemäßer Handhabung

Warnung: Unsachgemäße Manipulation kann zu unbeabsichtigter Auslösung oder Beschädigung führen. Das kann Personen verletzen oder das Gerät unbrauchbar machen. Erschütterungen oder Schläge verfälschen die Anzeige. Eine falsche Interpretation schafft eine trügerische Sicherheit. CO2-Löscher stehen unter sehr hohem Druck. Hier besteht zusätzlich die Gefahr von Kälteverbrennungen bei Undichtigkeiten.

Sichere Verhaltensregeln

Prüfe den Löscher immer in aufrechter Stellung. Berühre das Manometer nur vorsichtig. Öffne oder löse niemals Ventile und Muttern am Gerät. Benutze keine Werkzeuge an der Armatur. Hebe den Löscher nicht ruckartig an. Vermeide Schläge und Stöße. Trage bei Bedarf Handschuhe und Schutzbrille. Hohle Räume gut lüften, falls ein Leck vermutet wird.

Wann das Gerät nicht verwendet werden darf

Nicht verwenden: Wenn die Nadel außerhalb der grünen Zone steht. Wenn du Zischen hörst oder Flüssigkeit am Ventil siehst. Bei sichtbarer Korrosion oder Rissen im Gehäuse. Wenn Sicherungsstift oder Plombe fehlen. In diesen Fällen das Gerät sofort außer Dienst nehmen und deutlich kennzeichnen.

Was du zusätzlich tun solltest

Kennzeichne fehlerhafte Geräte mit einem roten Etikett. Entferne sie aus der Einsatzbereitschaft. Informiere einen zertifizierten Fachbetrieb zur Prüfung. Versuche nicht, den Druck selbst zu korrigieren oder das Manometer zu reparieren.

Zeit- und Kostenaufwand realistisch abschätzen

Zeitaufwand

Eine einfache Sichtprüfung pro Feuerlöscher dauert in der Regel 1 bis 5 Minuten. Das umfasst Ablesen des Druckanzeigers, kurze Sichtkontrolle auf Beschädigungen und Eintrag in das Prüfbuch. Wenn du mehrere Löscher in einem Gebäude prüfst, rechnet man pro Standort mit 10 bis 30 Minuten Aufwand. Interne Wartung durch betriebseigenes Personal, das etwas gründlicher vorgeht, braucht pro Gerät meist 5 bis 15 Minuten. Die jährliche Fachprüfung durch einen Wartungsdienst nimmt vor Ort pro Gerät etwa 15 bis 45 Minuten in Anspruch. Für komplexere Geräte oder bei Auffälligkeiten verlängert sich die Zeit entsprechend.

Kosten

Für die monatliche Sichtprüfung entstehen meist nur Personalkosten. Rechne mit 0,50 bis 3 Euro pro Gerät und Monat, abhängig vom Stundenlohn und der Anzahl der Geräte. Die jährliche Fachprüfung durch einen zertifizierten Dienstleister kostet typischerweise 10 bis 40 Euro pro Gerät. Kommt eine Nachfüllung oder ein Serviceeinsatz dazu, liegen die Kosten je nach Löschertyp bei etwa 30 bis 120 Euro. Austausch eines kompletten Kleinlöschers beginnt oft bei rund 50 bis 150 Euro. Größere oder spezielle Typen sind teurer. Bei umfangreicherer Prüfung wie einer Druckprüfung oder Hydrostattest können zusätzliche Kosten von 50 bis 150 Euro pro Gerät anfallen. Anfahrts- oder Notfallpauschalen schlagen bei kleinen Stückzahlen zusätzlich zu Buche.

Diese Schätzungen basieren auf typischen Arbeitszeiten, üblichen Stundensätzen für Wartungspersonal und marktüblichen Servicepreisen. Die konkreten Kosten hängen von Region, Menge der Geräte und vom Gerätesystem ab. Documentiere Aufwand und Kosten. Das hilft bei der Budgetplanung und im Schadensfall gegenüber Versicherern.